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Was ist besser? Einzel- oder Gruppentherapie?

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In einer Einzel-Psychotherapie

  • hat der Patient die Aufmerksamkeit des Therapeuten die ganze Zeit über für sich allein
  • die Themen und der Prozess des Patienten können über längere Zeit hinweg in der Therapie verfolgt werden
  • lernt der Therapeut den Patienten im Laufe der Zeit im Vergleich zur Gruppentherapie individueller kennen
  • bleibt der Patient immer in der Patientenrolle dem Therapeuten gegenüber, d.h. er erlebt sich vorwiegend in den Aspekten seines Lebens, die er nicht so gut allein bewältigen kann
  • ist der Ablauf formal und inhaltlich meistens im Vergleich zur Gruppentherapie weniger vorstrukturiert, d.h. es wird mehr prozessorientiert (autodynamisch) gearbeitet
  • die Einzelsitzung dauert 50 Minuten

In einer Gruppen-Psychotherapie

  • sieht der Teilnehmer mit, wie andere Menschen an ähnlichen Problemen arbeiten wie er selbst
  • kann der Teilnehmer sich selbst, die anderen Teilnehmer und die Beziehung zwischen ihnen ohne die üblichen Alltagsmasken erleben
  • erlebt sich der Teilnehmer nicht nur als Hilfsbedürftiger, sondern auch in seiner Fähigkeit, den anderen Teilnehmern zu helfen
  • hat der Gruppenprozess Aspekte eines Modells einer positiven Gesellschaft:
    – er ist ein geschützter, experimenteller Freiraum
    – es wird der Tiefendialog über Gefühle und abgewehrte Anteile gefördert
    – es werden innere und äußere Konflikte klar und direkt thematisiert, und die Teilnehmer erhalten Unterstützung dabei, sie konstruktiv zu lösen,
  • sind bestimmte Übungsstrukturen möglich, die in einer Einzel-Psychotherapie nicht möglich sind:
    – die anderen Teilnehmer können als Hilfs-Ich fungieren,
    – es kann mit längeren Übungssequenzen gearbeitet werden,
    – es kann unmittelbar mit der Gruppendynamik gearbeitet werden,
    – der Teilnehmer kann verschiedene Anteile seiner selbst in seinen Beziehungen zu den einzelnen anderen Teilnehmern gespiegelt erleben
  • die Gruppensitzung dauert 100 Minuten
  • die Teilnehmerzahl liegt zwischen 6 und 8

Für einen intensiven psychotherapeutischen Prozess, der in die Tiefe geht, hat sich eine angemessene Kombination zwischen Einzel-und Gruppen-Psychotherapie am besten bewährt.

In einem solchen Fall muss die Gruppentherapie vom Patienten selbst bezahlt werden, da die Krankenkassen die Kosten nur für die Einzel- oder die Gruppentherapie übernehmen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen allerdings die Kosten für Einzelsitzungen bei laufender Gruppentherapie im Verhältnis von 1:10.
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