Tiefenpsychologisch interaktionelle Gruppentherapie

Diese Gruppentherapie-Methode ist Interessierten vom „Göttinger Modell“ bekannt. Hier haben Wissenschaftler und Praktiker eine Unterscheidung verschiedener psychoanalytischer Methoden und Techniken entwickelt, um Patienten mit ihren unterschiedlichen Erkrankungen und spezifischen „Störungen“ besser gerecht werden zu können.

Die hier genannte Methode ist besonders für Patienten mit sog. strukturellen Störungen geeignet. Dazu zählen narzisstische und Borderline-Persönlichkeitsstörungen, psychoseähnliche Erkrankungen, Traumatische und Traumafolgestörungen, Abhängigkeitserkrankungen sowie chronisch gewordene psychosomatische, depressive und Angst-Erkrankungen.

Diese Art der Gruppentherapie bietet die Möglichkeit, die eigene individuelle Gestaltung von Beziehungen in der Interaktion mit anderen zu erleben und natürlich zu verändern, denn Menschen mit den oben beschriebenen „Störungen“ haben oft Hemmungen oder kommen schnell in Konflikte im Zusammensein mit anderen. Im Schutz der Therapiegruppe und unter Hilfestellung des Therapeuten können Interaktionen und deren Auswirkungen auf das Miteinander erfahrbar gemacht und gewissermaßen geübt werden. Der Therapeut strukturiert und reguliert den Gruppenprozess, sodass die Patienten sich im Kreis der Mitpatienten sicher fühlen können. 

Es herrscht das Prinzip „Antwort“, d.h. der Therapeut zeigt sich als Person und gibt auch Antworten auf Fragen oder macht Erklärungen über komplexe Zusammenhänge des Miteinanders in der Gruppe. So können die Pat. die bestehenden oder entstehenden interpersonalen Beziehungen zwischen den Gruppenteilnehmern genauer wahrnehmen, verstehen, Missverständnisse erkennen und mit ihnen umgehen bzw. sie lösen.

Der Therapeut hat eine bestimmte Grundhaltung, die besteht aus Präsenz, Respekt, emotionaler Akzeptanz für die Patienten und aus Authentizität, letzteres heißt, dass man das Gefühl hat, der Therapeut spricht von sich selbst und seinen eigenen Überzeugungen. Er fungiert für die Gruppenteilnehmer als sog. Hilfs-Ich. Er gibt keine Ratschläge, bietet aber den Patienten seine eigenen Gedanken zum Lösen der Probleme als Hilfestellung an.

Mentalisierungsbasierte GRUPPEN-THERAPIE (MBT)

Diese Therapie stellt gewissermaßen eine Weiterentwicklung der tiefenpsychologisch-interaktionellen Methode dar und ist eine vielversprechende Alternative zur Weiterentwicklung der Eigen- und Fremdwahrnehmung und somit der Verbesserung zwischenmenschlicher Kommunikation. Es geht um das Entwickeln der Fähigkeit, sich in sich selbst und andere einzufühlen.

Außerdem lebt diese Methode nicht so sehr vom Prinzip Antwort (der Therapeut zeigt sich, indem er seine Wahrnehmung, sein Denken und Fühlen beispielhaft zur Verfügung stellt, damit sich die Patienten daran orientieren können), vielmehr herrscht das Prinzip Frage, d.h. der Therapeut zeigt Interesse und will verstehen, fordert mehr auf, über sich zu sprechen. Die Patienten fühlen sich dadurch mehr angenommen.

Gerade diese Therapieform ist für die Menschen gut geeignet, die sich im Kontakt und im Zusammenleben mit Anderen oft nicht verstanden oder schnell missverstanden fühlen und bei denen eine erschwerte Kommunikation häufig zu Beziehungsabbrüchen führt. Auch hier profitieren Menschen mit (Borderline-)Persönlichkeitsstörung, mit Traumafolgestörungen, aber auch Menschen mit chronischen Angststörungen, somatoformen Störungen, Eßstörungen oder chronischen Depressionen von der Gruppenbehandlung. Hier kann das helfen, was „Mentalisierung“ – oder besser – „Mentalisieren“ heißt, nämlich die Fähigkeit, das eigene und das Verhalten von Anderen besser zu verstehen, v.a. dass dieses Verhalten durch mentale Zustände (Gefühle, Gedanken, Vorstellungen, Wünsche, Phantasien) motiviert ist. Damit kann man die eigene Person und andere Personen als eigenständige Subjekte mit den unterschiedlichsten Motiven besser wahrnehmen und damit auch anerkennen und wertschätzen lernen.

In der Therapie erfahren Sie vom Therapeuten und der Gruppe eine fördernde Grundhaltung mit Interesse, Neugier und forschendem Nachfragen. Ihre Fähigkeiten stehen dabei im Vordergrund, nicht ihre Defizite. Ziel der Therapie ist eine gute und differenzierte Mentalisierungsfähigkeit mit folgenden Entwicklungsmöglichkeiten:

  • auch in emotional aufgeladenen Situationen eigene Gefühle wahrnehmen und erkennen, wodurch diese hervorgerufen werden, und sie im Kontakt mit anderen auch benennen
  • die Unterschiedlichkeit im menschlichen Erleben erkennen und akzeptieren
  • Ideen entwickeln, was in unserem Gegenüber vorgeht, verstehen, dass diese Ideen immer auf Interpretationen beruhen, und wir uns dabei auch irren können
  • eigene Wünsche und Vorstellungen äußern, damit auch Konflikte riskieren, die aber gelöst werden können
  • Beziehungen aufnehmen und aufrechterhalten, auch wenn der Partner unsere Erwartungen nicht immer erfüllt, und damit Enttäuschungen und Verlassenheitsängste besser aushalten können

Es handelt sich um eine sog, halboffene Gruppe mit 6-8 Teilnehmern. Die Therapie findet wöchentlich statt. Einzelsitzungen können die Behandlung komplettieren. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.

EXISTENTIELLE PSYCHOTHERAPIE nach Irvin Yalom

Mein neues Gruppentherapie-Angebot richtet sich an Menschen, die sich aus eigener Erfahrung oder aufgrund vorhandener oder anstehender Belastungen mit den Themen Altern, Krankheit und Sterben beschäftigen müssen oder wollen. Die Gruppe bietet die Möglichkeit des Austauschs mit anderen und deren Erfahrungen. Hierbei erweist sich die Resonanz der anderen auf die eigenen Gedanken und Gefühle als hochwirksam und hilfreich.

Das Gruppeangebot richtet sich insbesondere an Menschen, die aufgrund dieser Belastungen Krankheitssymptome entwickeln wie etwa Erschöpfung, Schlaflosigkeit, Antriebsmangel, depressive Gedanken, Gefühle von Sinnlosigkeit, chronische Schmerzen, Angst- und Panikattacken oder psychosomatische Erkrankungen.

Wenn Sie Interesse haben, melden Sie sich gerne per Telefon oder Mail zu einem Vorgespräch an.